Schnittblumen – wo kommen diese her?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo die Blumen herkommen, die Sie regelmäßig zum Valentinstag oder einem anderen Anlass kaufen. Wenn Ihnen nun das Herkunftsland Deutschland in den Sinn kommt, liegen Sie nicht ganz richtig. Ungefähr die Hälfte aller Blumen, die in Deutschland zum Verkauf angeboten werden, kommen aus Entwicklungsländern. Die hier angebotenen Schnittblumen werden auf Plantagen in zahlreichen Entwicklungsländern angebaut und über Großhändler aus Holland importiert. Kaum einem Käufer ist das bewusst, wenn er einen Strauß Rosen kauft.

Schnittblumen – wo kommen diese her?

Ein großer Teil Schnittblumen, die in Deutschland angeboten werden kommen von Farmen im Süden, und werden von Frauen angebaut bzw. geerntet. Diese Frauen müssen oft zu Billiglöhnen arbeiten. Obwohl sich in den letzten Jahren die Situation auf den Plantagen gebessert hat, werden immer noch Verbote gebrochen. Oftmals kommen die Blumen aus dem Süden mit großen Mengen Pestiziden an.

In einem Test wurden allein in den Rosen 16 unterschiedliche Gifte nachgewiesen, viele davon waren in Deutschland gänzlich verboten. Der Gift-Cocktail, der mit nach Deutschland eingeführt wird, belastet die Böden und die Gewässer. Zusätzlich haben auch die Blumenverkäufer unter diesen Giften zu leiden. Die Folgen des Gift-Cocktails sind Haut und Atemwegserkrankungen.

Die Rose als Gift-Lieferant

Eine Umfrage zeigt, das Rosen, gerade zum Valentinstag die beliebteste Schnittblume ist. Rosen gelten in fast allen Farben als der Liebesbeweis schlecht hin. Gerade zum Valentinstag explodieren die Lieferungen an Rosen nach Deutschland.

Rosen, die in Deutschland zum Valentinstag verkauft werden, stammen oftmals aus den Ländern Südamerika und Afrika. Eine Statistik der Lufthansa deckt sie Anzahl der Rosenlieferung in Tonnen zum Valentinstag auf. Allein zum Valentinstag im Jahr 2011 wurden rund 1,2 Tonnen Rosen nach Deutschland importiert.

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Schnittblumen – wo kommen diese her?  Schnittblumen – wo kommen diese her?  Schnittblumen – wo kommen diese her?  Wie erkennt man faire Blumen?

Natürlich gibt es nicht nur Blumen, die unter widrigen Bedingungen nach Deutschland importiert werden. Wer beim Blumenkauf auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf das Transfair-Siegel achten. Transfair ist ein Verein auf gemeinnützlicher Basis. Der Verein wird insgesamt von 36 Organisationen darunter Kirchen und Entwicklungshilfen finanziert und getragen. Transfair handelt nicht selber mit Schnittblumen, sondern vergibt ausschließlich das Transfair-Siegel. Das Siegel können Unternehmen die sich im fairen Blumenhandel bewegen erhalten. Die Richtlinien für das Siegel bestimmt eine internationale Gesellschaft.

Schnittblumen – wo kommen diese her?  Schnittblumen – wo kommen diese her?  Schnittblumen – wo kommen diese her?  Schnittblumen – wo kommen diese her?  Mittlerweile haben es weltweit 50 Blumenplantagen geschafft das begehrte Siegel zu erhalten. Um zu überprüfen, ob sich die Unternehmen auch in Zukunft an die Richtlinien halten, wird jedes Jahr eine Überprüfung durchgeführt. Unternehmen müssen zu diesen Prüfungen weitere Verbesserungen aufzeigen.

Natürlich sind die Blumen für den Importeur etwas teurer. Ein Aufschlag von 10 Prozent wird bei der Lieferung fairer Blumen angesetzt. Der Preis im Laden muss jedoch nicht zwangsläufig leiden, denn diesen bestimmen die Blumenhändler selber.

Wie sieht die Klimabilanz das?

Im ersten Moment hört es sich nach einer Sünde an die Blumen aus Afrika oder Südamerika einfliegen zu lassen. Doch wenn man genauer hinschaut, wird sich dieser Verdacht nicht ganz bestätigen. Bei einer Studie wurden die Blumen aus Holland und Kenia in einer Energiebilanz verglichen. Dabei kam ein sehr überraschendes Ergebnis heraus. Die niederländischen Blumen und vor allem die Rosen schnitten wesentlich schlechter ab. Das Ergebnis kommt durch die Züchtung in beheizten und künstlich angelegten Gewächshäusern zu standen. Kenia schneidet besser ab, weil dort wesentlich bessere Klimabedingungen vorliegen und ein höherer Betrag pro Fläche erwirtschaftet werden kann. Demnach erzielen die holländischen Blumen eine schlechtere Klimabilanz als die eingeflogenen Blumen aus Kenia.

Wer besonders auf die Klimabilanz achten möchte, nimmt Freilandrosen aus Deutschland. Das bedeutet aber auch, dass zum Valentinstag beispielsweise auf Rosen verzichtet werden muss. Denn diese gibt es nur im Sommer. Auch andere Schnittblumen, die aus Deutschland kommen und mit einer guten Klimabilanz abgeschnitten haben, gibt es hauptsächlich nur in den Sommermonaten in Hofläden oder beim Gärtner.

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